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Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein
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17.10.2012

P R E S S E M I T T E I L U N G

Statistikamt Nord wird wegen Datenschutz bei seinem Landesinformationssystem (LIS) ausgezeichnet


v.l.: Thilo Weichert (ULD,
Helmut Eppmann (Vorstand Statistikamt)

Am 17. Oktober 2012 übergibt der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD), Dr. Thilo Weichert, unter Beisein des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI), Prof. Dr. Johannes Caspar, dem Vorstand des Statistikamtes Nord, Herrn Helmut Eppmann, ein Gutachten zu Datenschutz und Datensicherheit des Verfahrens Landesinformationssystem (LIS) auf der Basis des IT-Grundschutzstandards des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).


v.l.: Thilo Weichert, Johannes Caspar,
Sigrid Krumbholz-Mai und Helmut Eppmann

LIS ist ein Verfahren zur zentralen Speicherung und Auswertung von verdichteten Statistikdaten. Die Daten werden in die „LIS-Kernapplikation“ aus Anwendungen der amtlichen Statistik übernommen. LIS wird auf Servern des Dienstleisters Dataport in einem abgeschotteten Netzsegment betrieben. Der Zugriff erfolgt über Clients im Statistikamt Nord an den Standorten Kiel und Hamburg. Darüber hinaus werden aggregierte Daten für die Öffentlichkeit in einer sogenannten „LIS-Onlinedatenbank“ zum Abruf bereitgestellt. Der Startschuss für die Freigabe der LIS-Onlinedatenbank erfolgt durch die Datenschutzbeauftragten mit der heutigen Präsentation.

Dr. Thilo Weichert erklärt bei der Übergabe des Gutachtens: „Der Vorstand des Statistikamtes Nord setzt die in seiner IT-Sicherheitsleitlinie festgelegten IT-Sicherheitsziele konsequent um. Dem ULD wurde für LIS eine umfassende IT-Sicherheitskonzeption auf der Basis des IT-Grundschutzstandards vorgelegt. Es ist zu erwarten, dass die Vorgaben der IT-Sicherheitsleitlinie auch für die LIS beteiligten bzw. Daten liefernden Fachverfahren zügig umgesetzt werden“. 

Die Begutachtung wurde vom ULD in folgenden Schritten durchgeführt:

  1. Prüfung der Dokumentation nach den Anforderungen des IT-Grundschutzstandards.
  2. Vorort-Prüfung über den ordnungsgemäßen Einsatz des LIS beim Statistikamt Nord.
  3. Überprüfung des Auftragnehmers Dataport im Rahmen der Auftragsdatenverarbeitung. Hierzu zählten die Begutachtung der Dokumentation sowie die stichprobenartige Prüfung der Umsetzung von Grundschutzmaßnahmen vor Ort.
  4. Datenschutzrechtlichte Bewertung der Datenverarbeitung gemeinsam mit dem Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit.

Die stichprobenartige Überprüfung hat ergeben, dass die Anforderungen des IT-Grundschutzstandards vom Statistikamt Nord und von Dataport vorbildlich erfüllt werden:

  1. Das Sicherheitsmanagement beim Statistikamt Nord und bei Dataport ist aktiv.
  2. Verantwortlich- und Zuständigkeiten für den sicheren Betrieb des Verfahrens sind auf Seiten des Statistikamtes Nord und Dataport festgelegt und werden praktisch umgesetzt.
  3. Die eingesetzten IT-Komponenten werden nach den Grundschutzanforderungen betrieben.

Der für die Überwachung des Statistikamtes Nord zuständige Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI) hat für die LIS-Verfahrensmodule „LIS-Kernapplikation“ und „LIS-Onlinedatenbank“ die Zulässigkeit der Datenverarbeitung bestätigt.

Herr Prof. Dr. Johannes Caspar erklärt: „Wir begrüßen, dass das Statistikamt Nord unsere datenschutzrechtlichen Hinweise und Anregungen bei der Konzeption des LIS-Online-Verfahrens aufgegriffen hat. Auch die Entscheidung des Statistischen Amtes, für die Implementierung einer nachvollziehbaren und messbaren Sicherheit in der Informationstechnik, den Grundschutzstandard des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einzuführen und die Umsetzung extern durch das ULD begutachten und prüfen zu lassen, befürworten wir sehr.“

Herr Helmut Eppmann betont: „Wir freuen uns, dass wir mit der Freischaltung der Online-Datenbank des Landesinformationssystems den Nutzern ein zusätzliches Angebot mit statistischen Daten machen können, das den ausdrücklichen Segen der Datenschutzbeauftragten findet. Die gute Zusammenarbeit mit den Datenschützern in Hamburg und Schleswig-Holstein hilft uns, festgestellte Datenschutz- und IT-Sicherheitslücken schnell zu schließen. Wir werden deshalb auch in Zukunft gemeinsam mit den beiden Behörden den Datenschutz- und IT-Sicherheitsprozess auf der Basis des IT-Grundschutzstandards weiterentwickeln.“

Das Gutachten ist im Internet abrufbar unter

  www.datenschutzzentrum.de/statistik/statistikamt-nord-gutachten.pdf PDF

Kontakt:
Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein
Holstenstr. 98, 24103 Kiel
Tel: 0431 988-1200, Fax: -1223