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Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein
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15.03.2011

P R E S S E M I T T E I L U N G

ULD gibt Ratschläge zum datenschutzkonformen Einsatz von Webanalyse-Werkzeugen

Wer eine Webseite und insbesondere E-Commerce betreibt, also im Internet Geschäfte macht, möchte genauer wissen, woher seine Kundinnen und Kunden kommen, wofür sie sich interessieren und was für ihre Kaufentscheidung relevant ist. Um dies herauszubekommen, setzen Telemedienanbieter Werkzeuge zur Nutzungsanalyse ein, mit denen ausgewertet und dargestellt wird, wie Nutzende auf deren Internetseite gekommen sind, mit welchem Clickstream sie sich dort bewegen, auf welchen Seiten sie verweilen und wie ein Webseitenbesuch abgeschlossen wird. Diese Webnutzungsanalysen dienen der Verbesserung der Kundenfreundlichkeit sowie der Optimierung der Informations-, Kommunikations- und Kaufangebote. Bei derartigen Webanalysen werden personenbezogene Nutzungsdaten verarbeitet. Diese Daten haben insofern eine hohe persönlichkeitsrechtliche Relevanz, dass aus ihnen Nutzungs-, Interessens-, Kommunikations-, Bewegungs- und sogar Aufmerksamkeitsprofile erstellt und u.U. konkreten natürlichen Personen zugeordnet werden können. Deshalb wurden im Datenschutzrecht, speziell im Telemediengesetz, Regelungen getroffen, wie derartige Nutzungsdaten verarbeitet werden dürfen und welche Informations- und Wahlmöglichkeiten den Nutzenden zu dieser Verarbeitung angeboten werden müssen.

Bisher hat sich gezeigt, dass viele der vorrangig eingesetzten Analysewerkzeuge mit den gesetzlichen Vorschriften nicht in Einklang zu bringen sind. Dies gilt insbesondere für den unentgeltlich Webseitenbetreibern zur Verfügung gestellte und den Markt dominierende Dienst „Google Analytics“ des Unternehmens Google. Der Dienst erhebt umfangreiche Daten über den Nutzer und seine Nutzung der Webseite, die Google an nicht genauer definierten Orten in deren Unternehmens-Cloud analysiert und die Analyseergebnisse den einzelnen Webseitenbetreibern in aggregierter Form bereit stellt. Nachdem das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) 2008 durch umfassende technische Analysen festgestellt hat, dass „Google Analytics“ nach deutschem Recht nicht datenschutzkonform eingesetzt werden kann, hat es schleswig-holsteinische Webseitenbetreiber hierauf hingewiesen. Bisher haben sämtliche Anbieter im Land, nachdem sie vom ULD hierzu aufgefordert wurden, auf den weiteren Einsatz von Google Analytics verzichtet und das Unternehmen aufgefordert, die dort gespeicherten personenbezogenen Daten zu löschen. In einem Gespräch präsentierte das ULD Vertretern von Google, einschließlich dessen Chefentwickler für Analytics, die bestehenden Datenschutzbedenken, die von dem Unternehmen bisher nicht ausgeräumt werden konnten.

Das Ziel des ULD ist es, nicht nur aufzuzeigen, was nicht geht, sondern auch, wie etwas geht. Private Webseitenanbieter wollen ebenso wie solche in der Verwaltung und in der Wirtschaft wissen, wie ihre legitimen Informationsbedarfe mit moderner Technik datenschutzkonform realisiert werden können. Nach dem negativen Verdikt des ULD zu dem Einsatz des Produktes „Google Analytics“ und anderer Werkzeuge zur Nutzungsanalyse im Internet hat das ULD das unentgeltlich zur Verfügung stehende Produkt Piwik im Rahmen seiner aufsichtsbehördlichen Zuständigkeit geprüft und Rahmenbedingungen festgehalten, wie dieses Produkt datenschutzkonform eingesetzt werden kann. Anders als bei vielen anderen Produkten zur Webanalyse findet die Verarbeitung nicht bei einer anderen Stelle oder bei einem Auftragsdatenverarbeiter statt, sondern auf dem Rechner des Webseitenanbieters selbst.

Die vom ULD abgegebene positive Beurteilung des Produktes Piwik zum Zweck der Nutzungsanalyse kommt nicht einer Zertifizierung nach den vom ULD angebotenen Verfahren zur Erteilung des Gütesiegels Schleswig-Holstein oder des European Privacy Seals gleich. Bisher gibt es keine derart zertifizierten Analysewerkzeuge und auch keine entsprechenden Verfahren. Das ULD würde es aber sehr begrüßen, wenn Anbieter von Analysewerkzeugen ihre Produkte einer umfassenden Datenschutzzertifizierung unterwerfen würden. Auf diese Weise würde der Markt für im Internet eingesetzte datenschutzkonforme Produkte weiter gestärkt.

Die Beschreibung und Anleitung zum datenschutzkonformen Einsatz von Piwik kann im Internet heruntergeladen werden unter

https://www.datenschutzzentrum.de/tracking/piwik/

Das ULD ist an Rückmeldungen und Hinweisen von Piwik-Anwendern interessiert und bietet an, diese bei der geplanten regelmäßigen Aktualisierung der Hinweise zu berücksichtigen.

Für Hinweise und Nachfragen zu Piwik wenden Sie sich bitte an

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Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an:
Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein
Holstenstr. 98, 24103 Kiel
Tel: 0431 988-1200, Fax: -1223