Dienstag, 18. Juli 2017

7: FAQ - Häufig gestellte Fragen

Was ist beim Einsatz von mobilen Tablet-Rechnern im Unterricht zu beachten?

Diese Frage ist Teil der FAQ "Häufig gestellte Fragen zum Bereich Schule"

Immer mehr Schulen schaffen Tablet-Rechner (Tablets) an, um mit ihnen den Unterricht digitaler oder interaktiver zu gestalten. Häufig wird ein Geräte-Pool mit einem oder mehreren Klassen-Sätzen angeschafft, und die Geräte werden in der entsprechenden Unterrichtsstunde an die Schülerinnen und Schüler ausgegeben.

Gegenüber den Herstellern der Geräte und/oder des jeweiligen Betriebssystems (System- oder Software-Anbieter wie z. B. Apple, Google, Microsoft) tritt die Schule in diesem Fall als Lizenznehmer auf. Die Schülerinnen und Schüler können die Tablets nutzen, ohne dass ihre personenbezogenen Daten den Herstellern bekannt werden müssen. Das einzelne Gerät ist nicht an den einzelnen Schüler oder die einzelne Schülerin gebunden. Die Tablets werden also in den Unterrichtsstunden von verschiedenen Schülerinnen und Schülern benutzt.

Grundsätzlich bietet diese Form der Verwaltung von Tablets im Schulunterricht einige Vorteile: Schülerinnen und Schüler müssen keine eigenen Geräte kaufen, und mit dem jeweils ausgegebenen Klassen-Satz wird sichergestellt, dass die in der Klasse eingesetzten Geräte auf demselben technischen Stand sind.

Um die Datensicherheit der Geräte und den Datenschutz der einzelnen Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten, müssen von der Schule und von der unterrichtenden Lehrkraft jedoch noch einige Aspekte beachtet werden:

Sicherheit der Tablets

Für die Sicherheit der Geräte und der verwendeten Software ist die Schule verantwortlich. Durch eine zentrale Administration aller Tablets muss sichergestellt werden, dass die Tablets stets über die aktuellen Updates verfügen. Abhängig vom Betriebssystem der Tablets sollten sicherheitskritische Funktionen deaktiviert werden – beispielsweise das Installieren von Apps durch die Schülerinnen und Schüler oder die Änderung von Systemeinstellungen. Auch der Zugriff auf ein anderes WLAN als auf das WLAN der Schule kann ein Sicherheitsrisiko darstellen und sollte unterbunden werden – auch wenn dies dazu führt, dass die Tablets z. B. bei Exkursionen nicht auf das Internet zugreifen können.

Sofern die Tablets im Rahmen von Klassenarbeiten oder Prüfungen eingesetzt werden, muss sichergestellt werden, dass durch die von den Schülerinnen und Schülern vorgenommene Installation von zusätzlichen Apps, unerlaubten Internetzugriff oder auf dem Tablet vorher versteckte Dateien keine Täuschung möglich ist.

Lernziel: Datenspuren vermeiden und verwischen

Die Schülerinnen und Schüler hinterlassen auf einem mit anderen im Wechsel genutzten Tablet diverse Datenspuren: Beispielsweise können die besuchten Internetseiten im Verlauf des Browsers nachverfolgt werden, und heruntergeladene Dateien oder neu erstellte Dokumente liegen im Speicher des Tablets. Bei argloser Nutzung kann es sogar passieren, dass die Anmeldedaten für ein E-Mail-Postfach im Browser gespeichert werden. Dann können auch andere, die später das Tablet nutzen, ohne Kenntnis des Passworts auf alle E-Mails zugreifen.

Im Unterricht sollte auf die Risiken hingewiesen und mit den Schülerinnen und Schülern geübt werden, wie das Speichern von Passwörtern vermieden und wie der Browser-Verlauf und Dokumente gelöscht werden.

Beachtet werden sollte ebenfalls, dass die Schülerinnen und Schüler auch ohne persönliche Anmeldung am Gerät möglicherweise identifizierbar sind: Die Geräte sind technisch eindeutig adressiert und durch System- oder Software-Anbieter zu erkennen. Verbunden mit einem Nutzungsprofil oder den Eingaben im Browser können ggf. personenbezogene Rückschlüsse gezogen werden.

Einheitlichkeit auf Basis von offenen Formaten

Beim Einsatz von gleichartigen Geräten und Software sollte den Lehrkräften auch immer bewusst sein, dass sie damit einen Standard setzen, der mit problematischen Nebenwirkungen verbunden sein kann: Sollen oder können Aufgaben auch zu Hause bearbeitet werden, kann es für die Schülerinnen und Schüler von Vorteil sein, die gleichen Systeme zu installieren und die gleiche Software zu beschaffen. Damit kann aber die Verarbeitung von personenbezogenen Daten zur Registrierung der Software o. ä. verbunden sein, was aus Datenschutzsicht vermieden werden sollte.

Es wird daher empfohlen, dass möglichst systemunabhängige, offene Software für den Unterricht ausgewählt wird oder zumindest solche, zu der es auch frei verfügbare Open-Source-Alternativen gibt.

Deshalb unser Rat:

Vor dem Einsatz von Tablets im Unterricht oder gar in Prüfungen müssen die Anforderungen des Datenschutzes und der Datensicherheit beachtet und umgesetzt werden. Die Schülerinnen und Schülern müssen über ihre Datenspuren informiert sein und wissen, wie sie sich schützen können.

Bei Unsicherheiten sollen das IQSH, das Bildungsministerium oder das ULD um Rat gefragt werden.

Hinweis:

Sofern die Tablets nicht in einem allgemeinen Geräte-Pool der Schule verwaltet werden, sondern die Geräte einzelnen Schülerinnen und Schülern zugeordnet werden bzw. sie sich mit persönlichen Konten auf den Geräten registrieren können, müssen noch weitere Aspekte hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit bedacht werden.